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Foto und Bericht von Markus Müller
Der neue Landrat Andreas Danzer wird einstimmig als FW-Kreisvorsitzender wiedergewählt – Thomas Kamm und Manfred Kösterke fungieren weiterhin als seine Stellvertreter – Der FW-Kreisverband sieht sich für Kommunalwahl 2026 gut gerüstet
Siegsdorf/Traunstein. Ganz im Zeichen der Neuwahlen sowie des Rückblicks und Ausblicks stand die Jahreshauptversammlung der Freien Wähler im Landkreis Traunstein, an der sich später die Aufstellungsversammlung für die Kreistagswahl 2026 anschloss (wir berichteten). Einstimmig bestätigten die anwesenden Mitglieder ihren langjährigen 1. Vorsitzenden Andreas Danzer im Festsaal in Siegsdorf für drei weitere Jahre an der Spitze des FW-Kreisverbands. Seit 15 Jahren lenkt der 53-jährige Grabenstätter mittlerweile dessen Geschicke und geht damit bereits in seine sechste Amtszeit. „Ich nehme die Wahl sehr gerne an und werde wieder alles geben“, freute sich Danzer über seine Wiederwahl und das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Als stellvertretende Vorsitzende zur Seite stehen ihm weiterhin der Siegsdorfer Bürgermeister und Traunsteiner Kreisrat Thomas Kamm sowie der FW-Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Traunsteiner Alt-OB Manfred Kösterke, der krankheitsbedingt kurzfristig absagen hatte müssen. Einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden Schatzmeister Philipp Weißenbacher aus Unterwössen, Schriftführer Konrad Unterstein aus Traunreut sowie die Beisitzer Hans Schild (Mitgliederverwaltung und Geschäftsstelle) aus Fridolfing, Kai-Holger Seidel (Webmaster) aus Traunreut, MdL Dr. Martin Brunnhuber aus Grabenstätt, Karl Scheitzeneder aus Engelsberg, Herbert Hager aus Altenmarkt und Kilian Perschl aus Tittmoning. Für die ausgeschiedene Beisitzerin Sandra Sonntag, die ins Ausland verzogen ist, rückt Sandra Klopsch ins Gremium nach. Um die Kassenprüfung kümmert sich weiterhin Ottmar Brandl, dem Georg Seehuber als neuer Kassenprüfer beisteht. Dieser folgt auf Anton Steinbacher. Die Wahl leitete Josef Blank.
„Es hat uns heuer wieder sehr hart getroffen, aber wir schauen immer nach vorne, so ist das Leben, es muss weitergehen“, meinte der FW-Kreisvorsitzende Andreas Danzer mit gebrochener Stimme zum Totengedenken, bei dem man seiner Frau Erika Danzer sowie dem heuer ebenfalls viel zu früh verstorbenen FW-Vorsitzenden und 2. Bürgermeister von Altenmarkt Michael Pöpperl sowie dem FW-Vorsitzenden und 3. Bürgermeister von Pittenhart Engelbert Buchner gedachte. In seinem anschließenden Rechenschaftsbericht betonte Danzer, dass das Jahr 2025 politisch im Zeichen der Landratswahl gestanden sei, die er in der Stichwahl gegen seinen CSU-Mitbewerber Martin Lackner mit 54,6 Prozent der Stimmen für sich entscheiden habe können. „Wir haben uns von außen nicht beirren lassen und sind unseren Weg gemeinsam gegangen, das hat uns stark gemacht und wir haben es gerockt“, bilanzierte Danzer und fügte an: „Wir sind jetzt Landrat“. Ein großer Dank galt allen Helfern in den Ortsverbänden und im Kreisverband für den sehr engagierten Wahlkampf. Auch dass man in der Presse stark vertreten gewesen sei, habe sicherlich geholfen, so Danzer. Ein Sonderlob verteilte er an die heuer gegründeten Jungen Freien Wähler (JFW) im Landkreis, die im Wahlkampf, schon vor ihrer offiziellen Gründung, nicht nur wegen ihrer Social-Media-Kompetenz sehr hilfreich gewesen seien, sowie an Hans Schild, der als ehrenamtlicher Geschäftsstellenleiter einiges vorangebracht habe. So habe dieser ein neues Verfahren zur Mitgliederverwaltung und zum Abruf von Daten und Veranstaltungen etabliert, lobte ihn Danzer. Ihm zufolge sei man heuer „sehr aktiv und fleißig gewesen“. So hätten er und seine Kollegen MdL Brunnhuber, Kösterke und Kamm diverse Veranstaltungen in den Ortsverbänden und auch darüber hinaus besucht.
Die FW-Erfolgsgeschichte fortschreiben will man bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026. „Im Kreisverband denke ich, dass wir uns bestimmt verdoppeln werden“, meinte Danzer mit Blick auf die später in der Aufstellungsversammlung abgesegnete 70-köpfige Kreistagskandidatenliste mit ihm und Brunnhuber auf den Listenplätzen eins und zwei. Man habe zudem im Landkreis schon sehr viele Bürgermeisterkandidaten nominieren können und auch Gemeinderats- und Stadtratskandidaten. „Wir sind demnach sehr gut aufgestellt“, so Danzer. Für den Kommunalwahlkampf sei man auch finanziell gerüstet. Zuvor hatte der Schatzmeister Philipp Weißenbacher berichtet, dass der Landratswahl-Wahlkampf viel Geld gekostet habe. Es habe sich aber „mehr als rentiert“. Da der Kassenprüfer Ottmar Brandl keine Einwände hatte, wurde die alte Kreisvorstandschaft einstimmig entlastet. Viel neuen Schwung entfacht habe der wiederbelebte FW-Ortsverband Ruhpolding, so Danzer. Nach den überraschenden Todesfällen in den FW-Ortsverbänden Altenmarkt und Pittenhart sei es zum Glück gelungen, die entstandenen großen Lücken zu füllen. Auch für die anstehende Kommunalwahl von Vorteil sei es, so Danzer, dass man durch seinen Landratsposten und das Landtagsmandat von Dr. Martin Brunnhuber „nun eine ganz andere Außenwirkung und Wahrnehmung bei der Bevölkerung“ habe. Mit MdL Brunnhuber habe man zudem den direkten Draht nach München und dieser denke bei seiner Arbeit auch immer an den Kreis, knüpfe Verbindungen und fädle einiges ein. Das helfe ungemein. Ein großes Plus sei auch, dass die Kreistagsfraktion und die Kreisvorstandschaft „eine Einheit“ seien und der Austausch und das Miteinander mit den Ortsverbänden funktionierten, so Danzer. Das gelte es so fortzuführen.
„Andreas Danzer hat einen ganz neuen Stil in den Kreistag gebracht“, berichtete der stellvertretene FW-Fraktionsvorsitzende Dr. Lothar Seissiger in seinem Bericht aus der Kreistagsfraktion. Alle Kreisräte bekämen alle Informationen. Dass der Bezirk immer mehr Geld von den Landkreisen einfordere, sei von diesen irgendwann nicht mehr zu bezahlen, mahnte Seissiger an. Diese Mehrkosten ließen sich auch nicht mit gesteigerten Einnahmen aus der Kreisumlage ausgleichen. Die voraussichtlichen Baukosten für den entstehenden Campus Chiemgau in Traunstein bezifferte er mit 95,4 Millionen Euro. Abschließend hoffte Seissiger auf eine erfolgreiche Kreistagswahl 2026. Er freue sich schon auf die nächste Legislaturperiode. Zu Beginn der Jahreshauptversammlung hatte der 1. Vorsitzende der heuer neu gegründeten Jungen Freien Wähler (FJW) im Landkreis, Justin Infantado, mit einer mitreißenden Rede eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich die Freien Wähler keine Nachwuchssorgen zu machen brauchen. „Gemeinsam können wir viel bewegen“, stellte der 21-jährige Altenmarkter klar, der bis vor kurzem noch 1. Landesschülersprecher der Berufsschulen in Bayern war. mmü